Sixt mit diskriminierender Anzeige
Viele Fans haben vor einer Woche noch gebangt, dass die Deutsche Nationalmannschaft nach der Niederlage gegen das Serbische Team nicht über die Gruppenphase der Weltmeisterschaft in Südafrika hinauskommen wird. Millionen Deutsche haben gezittert, doch mit einem Sieg gegen die Nationalmannschaft von Ghana, ist man dann doch in das Achtelfinale gegen die Engländer ein gezogen! Allerdings hätte man gar nicht so sehr zittern müssen, hätte man auf die Autovermieter von Sixt gehört. Sixt ist ja bekannt dafür, dass man aktuelle Ereignisse für die eigene Promotion nutzt (zum Beispiel die Aschewolke über Europa oder auch der Internetbanner, der Ursula von der Leyen thematisierte). Das entscheidende Spiel Deutschland gegen Ghana hat man erneut für sich genutzt. In der FAZ vor dem Spiel warb man mit einer großen Anzeige, auf der Sixt orakelte, dass es für Ghana eng werden könnte und spielte mit typischen (dummen) Vorurteilen.
So war eine „Ghanaische Familie“ in einem überladenen, alten Jeep zu sehen. Deutschland wurde durch einen schnittigen Mercedes repräsentiert. Außerdem versprach man 50 Prozent Rabatt für alle Ghanaer auf einen Mietwagen, wenn Deutschland das Spiel gewinnen würde:

Die Anzeige von Sixt (von der Agentur Jung von Matt) in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde sogleich auch als rassistisch und diskriminierend abgehandelt. Dass man weltweit günstige Mietwagen anbietet, hätte man auch anders und weniger polarisierend vermitteln können.
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Kommentare
13 Kommentare zu “Sixt mit diskriminierender Anzeige”
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Hier von rassistisch zu sprechen find ich nicht passend. Für mich ist das schönster schwarzer Humor
Hi manchmal sind sie hart an der Grenze. Aber warum sind hier cardelmar und autogenau verlinkt? Was haben die mit Sixt zu tun?
Elli, Nichts! Das nennt man heutzutage Kontextsensitive Werbung. Kennt man ja von Google (AdWords) oder Contaxe ;-D
Zum Thema: Die Experten (zum Beispiel Spießer Alfons von Horizont) haben wohl Null Sinn für Humor. Ich finde es gelungen. Es wird nun mal mit Klichees gearbeitet. Nicht jeder Deutscher fährt ja auch eine Mercedes SLK!
Was ist denn daran diskriminierend? Ich kenne kein Vorurteil welches besagt, dass Menschen aus Ghana regelmäßig auf vollbepackten LKW reisen würden.
“wurde sogleich auch als rassistisch und diskriminierend abgehandelt”
Ja, von welchen Fachleuten denn? Von den Gleichen, die bereits Sprachtests für Einwanderer diskriminierend und rassistisch finden?
Danke moritz ich finde es aber verwirrend. Und bei kontextsensitiver Werbung müsste ja eigentlich Sixt verlinkt sein!
Finde die Werbung auch voll daneben, komisch das sowas bei denen durch die Qualitätssicherung geht, sowas würde ich nicht abdrucken..
und wegen den links: das nennt man linkverkauf
Ist es verwerflich, wenn ich sage, dass ich die Anzeige von Sixt zwar nicht P.C. finde, aber dass sie absolut meinen Geschmack und mein Humorzentrum trifft?
Absolut misslungen.
Der Humor ist auf einem wirklich tiefen Niveau, erzeugt noch mehr Vorurteile, als ohnehin schon vorhanden sind und hat auch mit Autos nichts zu tun.
(Oder zumindest nichts sinnvolles; dass deutsche Autos ach so toll sind, soll bestimmt nicht die Werbebotschaft sein, auf der Armut in Ghana ‘rumzureiten war bestimmt auch nicht die eigentlich gemeinte Kernaussage der Werbung…)
Und daraus dann noch eine Werbeaktion zu machen (Rabatt für Ghanaer, aber nur wenn Deutschland gewinnt) wirkt so wie Almosen…
Hier empfinden mal wieder die “AufAlles-Aufpasser” was rassistisch und lassen ihrer Entrüstung freien lauf, was kein Ghanaer rassistisch finde würde.
Oder sind auch die Simpsons rassitisch, wenn sie das Klischee des Deutschen (Weisswurst, Lederhose, Bier) ausschlachten?
[...] aber deutlich abhebt, dann ist es Anbieter Sixt. Vor allem durch seine aktuellen Anzeigenmotive und Werbebanner konnte man auf sich aufmerksam machen. Und auch die aktuellen Probleme der Deutschen Bahn nahm man [...]
Ich finde die Werbung von Sixt eigentlich immer sehr originell und pfiffig. Sicherlich ist es manchmal an der Grenze, jemanden zu verletzen oder zu beleidigen. Aber ich denke auch nicht, dass das unbedingt als rassistisch eingestuft werden sollte. Jeder musste bei der WM auch mal was einstecken, egal ob Team, Nation oder der Trainer. Ganz humorlos sollte es ja nicht ablaufen.
[...] im Hause des Autovermieters. So gab es ja in diesem Jahr bereits Motive zum Hitzeproblem der Bahn, dem WM-Spiel Deutschland gegen Ghana, die Aschewolke des Eyjafjallajokull-Vulkans und man nahm einen Artikel der Münsterischen Zeitung [...]
[...] oft hat man schon tagesaktuelle Ereignisse für die Eigenwerbung benutzt. Wer erinnert sich über die Anzeigen zur Fußball-WM, zur Aschewolke über Europa, als der Vulkan Eyjafjallajokull ausgebrochen ist oder zum Bahnchaos [...]